Private Equity: ein Safe Haven in turbulenten Zeiten

Zürich/Frankfurt am Main, 8. November 2011 – Adveq, einer der führenden unabhängigen Investmentmanager von Private-Equity-Dachfonds mit Niederlassungen in Peking, New York, Frankfurt und Zürich stellte heute anlässlich der jährlichen Pressekonferenz in Frankfurt am Main seine aktuelle Einschätzung des Private-Equity-Marktes vor. Dabei geht das Unternehmen der Frage nach, ob der Asset Klasse eine Safe-Haven-Funktion zukommt. Eine Antwort wird auf drei Ebenen gegeben: Erstens sind Investoren mit Private Equity im Vergleich zu Public Equity über die letzten 15 Jahre gut gefahren. Zweitens hat sich Private Equity im asiatisch-pazifischen Raum, dem heute global wichtigsten Wachstumsgebiet, etabliert und ist für institutionelle Investoren gut zugänglich. Drittens ist Innovation für die traditionellen Industrienationen eine wesentliche Erfolgsstrategie, um in Anbetracht der Konkurrenz aus Asien bestehen zu können, und hier spielt Private Equity mit Venture Capital eine Schlüsselrolle.
 
Private Equity in Zeiten turbulenter Märkte
Seit den späten 90er Jahren sind die Finanzmärkte durch verschiedene Turbulenzen gegangen. Doch während Public Equity in den letzten 15 Jahren ausserordentlich volatil war und insgesamt in der Per-formance enttäuschte, steht Private Equity im Vergleich deutlich besser da. Der Private Equity Markt ist auf ein Fundraising-Volumen von rund USD 150 Milliarden angestiegen, und die Asset Klasse hat sich von einem Nischen- zu einem etablierten Anlagesegment entwickelt. Betrachtet man die klassi-schen Private Equity Segmente (Venture Capital und Buyouts jeweils in den Regionen USA und Eu-ropa) so haben alle mit Ausnahme eines einzigen (europäisches Venture Capital) die jeweils ver-gleichbaren Aktienindizes bezüglich Performance über die letzten 15 Jahre klar übertroffen. Der Priva-te Equity Markt ist inzwischen global etabliert und hat sich zunehmend spezialisiert. Private Equity deckt heute alle Phasen des Lebenszyklus eines Unternehmens ab, von der Frühphase (Venture Ca-pital) bis zur Endphase (Turnaround). Zusätzlich werden mit Private-Equity-Strukturen zunehmend auch Themen wie Infrastruktur und Real Assets adressiert.

Die grossen Unsicherheiten, die die Finanzkrise auslöste, führten in der ersten Hälfte des Jahres 2009 dazu, dass kaum Private Equity Transaktionen getätigt wurden. Seither sind aber aus allen Private Equity Segmenten gute Rückflüsse für Investoren durch Veräusserungen von Firmen erzielt worden.

Dr. Rainer Ender, Managing Director bei Adveq, sagte: „Viele Private Equity Spezialsegmente und Strategien sind wenig von der aktuellen Finanzkrise betroffen. Sie profitieren sogar davon. Die Kapi-talknappheit bei unterliegenden Investitionsopportunitäten (zum Beispiel weil Banken weniger Kredite an Unternehmen vergeben) steigert das Renditepotential für die Private Equity Investitionen. In den meisten Spezialsegmenten ist kein Kapitalüberhang vorhanden, und sie verfügen über einen modera-ten Kapitalzufluss, was für ihre Investitionsaktivität vielversprechend ist.“


An Asien kommt niemand mehr vorbei
Die wirtschaftliche Entwicklung des asiatischen Raums, insbesondere von China und Indien, ist be-eindruckend. China ist, gemessen an der Bevölkerungszahl, das grösste Land der Erde und ist inzwi-schen auf den zweiten Platz der globalen Bruttoinlandprodukt-Rangliste vorgerückt. Da das Bruttoin-landprodukt pro Kopf aber noch sehr gering ist, besteht ein enormes Aufhol- und damit weiteres Wachstumspotential für viele Jahre.

Auch Private Equity ist in China und Indien bereits gut etabliert. Bezüglich Qualität und Anzahl Fondsmanager erfüllen die Anlagemöglichkeiten in asiatisch-pazifische Private Equity Fonds heute institutionelle Anforderungen. Entsprechend steigen die Private Equity Allokationen internationaler Investoren in diese Region.

Philippe Bucher, Managing Director bei Adveq, sagte: „Nur noch ein Viertel aller Investoren haben bisher keine Private Equity Allokation für den asiatisch-pazifischen Raum. Über 60 % der institutionel-len Investoren weltweit planen, ihre Zielallokation in Asien für die Zukunft (teils erheblich) aufzusto-cken.“

Innovation als Rettung der westlichen Welt
Das rasante Wachstum von China und Indien kreiert nicht nur neue Absatzmärkte für westliche Unter-nehmen, es schafft gleichzeitig auch ernstzunehmende Wettbewerber auf globaler Ebene. Auf Basis von Grössen- oder Kostenvorteilen können die traditionellen Industrienationen (die USA, die europäi-schen Länder und Japan) nicht mehr mit China und Indien konkurrieren. Demgegenüber ist die mittel- bis langfristige Sicherung der Innovationsführerschaft eine wichtige Erfolgsstrategie der traditionellen Industrienationen. In Bezug auf Innovationsfähigkeit sind Länder wie die USA, Japan und Deutschland immer noch deutlich im Vorteil. Jedoch holt insbesondere China schnell auf, wie beispielsweise an der stark steigenden Anzahl internationaler Patentanmeldungen ablesbar ist. Gerade die USA profitieren beim Thema Innovationsführerschaft davon, dass sie weiterhin die dominierende Venture Capital-Nation sind, was massgeblich zu ihrer global führenden Stellung im Bereich IT beigetragen hat: neun der zehn grössten IT-Unternehmen weltweit sind amerikanische Unternehmen, und sieben davon sind ursprünglich Venture-finanziert.

Heute deckt Venture Capital in den USA eine Vielzahl von Sektoren und Themen ab, wie sich an den grössten Venture-Capital-finanzierten Exits der letzten Jahre erkennen lässt. Das Spektrum reicht von Cloud Computing über Clean Energy bis hin zur Medizintechnik. Der Venture Capital Markt hat sich in den USA seit über 25 Jahren etabliert. Er stellt einen massgeblichen Treiber von Innovation dar und hilft beim Erhalt der amerikanischen Wettbewerbsfähigkeit.

Dr. Nils Rode, Managing Director bei Adveq, fügt an: „Europa hinkt in Bezug auf Innovation hinterher. Venture Capital funktioniert zwar in Europa, aber bisher nur auf sehr niedrigem Niveau. Die Europäi-sche Union hat die zentrale Bedeutung von Venture Capital zur Sicherung der Innovationsfähigkeit des Kontinents jedoch erkannt und will Venture Capital über die kommenden Jahre stärker fördern.“

Über Adveq
Adveq ist ein unabhängiger Private Equity Dachfondsmanager mit Büros in Peking, New York, Frankfurt und Zürich. Das Unternehmen verwaltet derzeit ein Vermögen von 4,3 Mrd. USD für seine Kunden. Zu Adveq‘s Kunden gehören internationale institutionelle Investoren wie Pensionskassen, Versicherungsunternehmen, Family Offices und andere Finanzdienstleister mit Sitz in Europa, im asiatisch-pazifischen Raum und in Nordamerika.


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Stefan Bannwart
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