Published: October 25, 2006, Börsen-Zeitung
Institutionelle erhöhen Private-Equity-Quote
Studie: Kaum neue Investoren – Asien-Anteil steigt
ssc Frankfurt – Deutsche institutionelle Investoren, die sich in Private Equity engagieren, haben dessen Anteil an ihren Portfolios in den vergangenen Jahren erhöht. Dagegen entdeckten kaum Anleger diese Assetklasse neu für sich, so das Ergebnis einer Studie des Schweizer Private-Equity-Dachfonds-Anbieters Adveq gemeinsam mit der Fachhochschule Wiesbaden. Den Deutschland-Anteil ihrer Investments wollen die Investoren zurückfahren, während Asien an Bedeutung gewinnt.
Bisher hätten laut der Studie 40% der befragten deutschen Versicherungen, Versorgungswerke und Pensionsfonds in Private Equity investiert, sagte Peter Laib, Managing Director von Adveq, vor Journalisten in Frankfurt. Dieser Anteil wird den Aussagen der Unternehmen zufolge in Zukunft konstant bleiben. Angeschrieben worden waren 570 Unternehmen und Unternehmensgruppen, zurückgeschickt wurden 70 Fragebögen. Diese repräsentieren laut Adveq aufgrund von Gruppenzugehörigkeiten 260 Unternehmen.
Die hohen regulatorischen und organisatorischen Anforderungen schreckten offenbar viele Investoren ab, sich neu mit dieser Assetklasse zu beschäftigen, so Laib. So hätten gegenüber einer 2003 durchgeführten Vorgängerstudie mehr Befragte den hohen Personalaufwand als Hindernis genannt. Als inzwischen weniger schwerwiegend bewertet wurden dagegen Probleme mit Liquidität und Transparenz der Beteiligungen. Auch fühlten sich die Organisationen mit dem Thema Private Equity nun vertrauter.
Im Durchschnitt hätten die Befragten 2% ihres Vermögens für Private Equity reserviert, 0,8 Prozentpunkte mehr als 2003. Bis 2011 soll diese Allokation auf 2,2% heraufgefahren werden. Allerdings sind die Investoren offenbar zögerlicher geworden: 2003 war eine Allokation von 2,2% bereits für 2008 prognostiziert worden. Mit diesen Werten hinke Deutschland anderen europäischen Ländern, in denen ebenfalls Studien durchgeführt worden seien, hinterher (vgl. Grafik), sagte Laib. Investments in Deutschland, die bisher noch 28% ausmachten, sollen in den kommenden Jahren auf 24% zurückgefahren werden, US-Engagements von 32% auf 28%. Zunehmen soll dagegen die Bedeutung des europäischen Auslands mit 40 (36)% sowie von Asien mit 5 (2)%.
Deutlich abgebaut hätten die Investoren darüber hinaus ihre direkten Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, die nur noch 8% betrügen nach 18% im Jahr 2003. Reduziert wurden auch die Investments in einzelne Private-Equity-Fonds mit 41% (52%). Ein Grund sei, dass vor allem große Buyout-Fonds inzwischen häufig Mindestinvestments von 25 bis 50 Mrd. Dollar vorschrieben, was kleinere Investoren häufig nicht schultern könnten. Deswegen schichteten viele Anleger in Dachfonds um, deren Anteil von 30% auf 51% zugenommen habe.
Leicht reduziert hätten die Anleger darüber hinaus ihre Renditevorstellungen bei Private Equity. Seien 2003 noch 430 Basispunkte über der erwarteten Aktienrendite erwartet worden, sei dieser Wert nun durchschnittlich knapp unter 400 Basispunkten gesunken. Viele Investoren schätzten die Risiken inzwischen als geringer ein. Aufgrund der gestiegenen Aktienerträge betrage die erwartete absolute Gesamtrendite jedoch unverändert 12,5%.
