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Published: manager magazin, November 24, 2005

Asien holt auf

von Rita Syre

Der internationale Private-Equity-Markt steuert wieder auf die Rekordvolumina des Jahres 2000 zu. Allerdings ändern sich die Marktstrukturen deutlich. Das Buyout-Geschäft wächst stärker als das Venture-Capital-Geschäft, und Asien schickt sich an, die USA als attraktivster Markt abzulösen.

Frankfurt am Main - Die Karawane der internationalen Private-Equity-Finanziers zieht weiter. Im Jahr 2000 war mit 240 Milliarden US-Dollar weltweit zugesagtem Kapital ein Rekordniveau erreicht worden. Im laufenden Jahr verzeichnet die Branche zum ersten Mal seit dem dramatischen Performanceinbruch, der dem Hype der Jahre 1999 und 2000 folgte, wieder ein ähnlich hohes Volumen. "Aber die Marktstruktur hat sich vollkommen verändert", sagt Peter Laib, Managing Director des in Europa führenden unabhängigen Private Equity Fund of Funds Managers Adveq.

Die neue Marktstruktur wird an zwei Stellen deutlich. Knapp zwei Drittel des Kapitals, das Investoren den Fonds zur Verfügung gestellt haben, floss noch im Jahr 2000 in den technologieorientierten Venture-Capital-Bereich. Heute werden die Mittel zu etwa 85 Prozent in Buyouts-Fonds gesteckt. Sie investieren in reifere Unternehmen in den traditionellen Industrien.

Und auch die Beiträge, die Fondsmanager in Buyouts investieren, steigen kräftig. In diesem Jahr werden die Volumina nach Ansicht von Adveq in den USA auf mehr als 120 Milliarden US-Dollar klettern und sich damit fast verdoppeln. In Europa erhöhen sich die Mittel um gut die Hälfte auf knapp 60 Milliarden US-Dollar. Besonders bemerkenswert ist allerdings die Entwicklung in Asien. Dort dürften 2005 insgesamt bis zu 20 Milliarden US-Dollar in Unternehmen angelegt werden. Die Branche erreicht damit "ein bedeutendes Volumen", urteilt Laib.

Die Marktstruktur im Private-Equity-Geschäft ändert sich auch in der regionalen Verteilung der Investitionsobjekte. Der asiatische Markt gewinnt für die Fondsmanager immer mehr an Bedeutung. "Noch stehen bei Buyouts vor allem die Unternehmen in Amerika, aber auch zunehmend in Europa im Mittelpunkt", sagt Laib. "Aber in Asien wurden in diesem Jahr bereits Fondsgrößen von mehr als einer Milliarde US-Dollar Realität." Dahinter steht die wachsende Globalisierung der Branche. "Die Perspektive der Fondsmanager wird immer globaler", beobachtet Laib. "Auf der Investitionsseite wird Asien Europa schon bald überholen." Bei den Exits sei dies schon heute der Fall.

US-Dominanz bleibt unverändert

Allerdings ist bei den dominierenden Marktteilnehmern in diesem Geschäft kein neuer Trend zu erkennen. Die marktbeherrschende Stellung amerikanischer Private-Equity-Fondsmanager ist unangefochten. In den USA wurden die größten Buyout-Transaktionen im vergangen Jahr nahezu ausschließlich durch US-Fondsmanager finanziert.

Der amerikanische Ansatz ist in diesem Geschäft ist ein anderer - und ein erfolgreicherer. "Die Amerikaner bauen in einer Branche Stärke auf und bearbeiten dann dieses Segment in allen Ländern der Welt", erläutert Bruno E. Raschle, Adveq-Managing Director. Außerdem gingen sie an eine Transaktion nicht nur mit Finanzkennziffern heran, sondern ließen auch gleich die Beratungskompetenz einfließen.

Die europäischen Private-Equity-Fondsmanager schauten dagegen vor allem nach Opportunitäten - und seien noch immer stark auf Finanzkennziffern fixiert. In Europa stammten bei den fünf größten Transaktionen acht von zwölf Investoren aus den USA. Auch auf dem wachsenden Markt Asiens kommen schon jetzt bei den Top-Buyout-Transaktionen 80 Prozent der Investoren aus Amerika. Europäische Buyout-Fonds seien dagegen außerhalb Europas bislang kaum in Erscheinung getreten. Daran werde sich auch so schnell nichts ändern, erwartet Laib.

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